Lili von Asten (1879-1924) Landschaften aus Heimat und Ferne

Vom 11. September bis zum 15. November zeigt das Stadtmuseum Werke einer Frau, die ungeachtet der gesellschaftlichen Konventionen ihrer künstlerischen Berufung folgte.

Kontemplative Landschaften in Öl und Aquarell sowie zahlreiche Radierungen

Mit dem graphischen Werk der Lili von Asten setzt das Stadtmuseum ein Kleinod seiner musealen Sammlungen in Szene. Die Sonderausstellung zeigt eine Reihe kontemplativer Landschaftsbilder in Form von Aquarellen, Ölbildern und Radierungen.

Lili von Asten kam 1879 zur Welt und verbrachte ihre Kindheit in Eupen. Ihr Studium absolvierte sie an der Frauenmalschule in Düsseldorf, wo sie von Heinrich Otto (1858-1923) unterrichtet wurde. Eine zweite Heimat fand sie in der Willingshäuser Malerkolonie, die ihre künstlerische Entfaltung begünstigte. Dort konnte sie sich voll und ganz der Freilichtmalerei widmen. Malerkolonien standen ab Mitte des 19. Jahrhunderts für künstlerische Freiheit und Selbstbestimmung. Hier begegneten sich Männer und Frauen auf Augenhöhe, bildeten Netzwerke und brachten Reformideen in Umlauf.

Über das Leben der Lili von Asten ist recht wenig bekannt. Seit Beginn ihrer Ausbildung pflegte sie eine enge Freundschaft zur Malerin Henriette Schmidt-Bonn (1873-1946). Im künstlerischen Ausdruck waren sich die Freundinnen sehr ähnlich. Beide bevorzugten die Darstellung von Bäumen, Wiesen, verwitterter Architektur in verträumten Landschaften. Beide tauchen ihre Motive in ein subtiles Spiel von Licht und Schatten. Durch eine präzise Linienführung brachten sie die Elemente in Bewegung, sodass man die leichte Brise oder den kräftigen Wind förmlich spüren kann. Vor allem Lilis Radierungen strahlen kontemplative Stille und Leichtigkeit aus. Diese Stimmung, die viele ihrer Zeitgenossen in unberührter Natur suchten, übertrug Lili von Asten meisterhaft in ihre Werke und ist damit eine durchaus repräsentative Kunstschaffende ihrer Zeit.

 

Öffentliche Führungen

Thematische Sonderführungen zur Freilichmalerei, zur Rolle der Malerkolonien und zur Stellung der „Malweiber“ im 19. und frühen 20. Jahrhundert werden an folgenden Daten angeboten:

– Freitag, 1. Oktober um 18 Uhr

– Mittwoch, 22. Oktober um 18 Uhr

– Freitag, 10. November um 18 Uhr

Eine Anmeldung unter info@stadtmuseum-eupen.be oder telefonisch unter der 087 740 005 ist bis jeweils 24 Stunden vor dem Wunschtermin nötig.