Sammlungskonzept

Der kgl. Eupener Geschichts- und Museumsverein stellt dem Museum eine Sammlung für die Vermittlung von lokalem Kulturgut und Stadtgeschichte zur Verfügung.

Besuchern des Stadtmuseums werden eine ständige Ausstellung und thematische Wechselausstellungen geboten. Die Objekte der Dauerausstellung wurden für die kommenden Jahre festgelegt.

Neue Sammlungsgegenstände werden für Wechselausstellungen, für eine zukünftige Neuausrichtung und für Forschungszwecke aufgenommen. Unter günstigen Lagerbedingungen konservieren wir sie für kommende Generationen. Bevor Objekte in die Sammlung kommen, müssen sie einer strikten Begutachtung unterzogen werden. Diese wird  mit Hilfe von Sammlungskriterien durchgeführt.

Über die Aufnahme in die Sammlung entscheidet ein Komitee. Es besteht aus Vertretern des Museums, des Geschichtsvereins und fachkundigen Beratern. Wenn ein Objekt nicht für museale Zwecke geeignet ist, kann es dennoch in eine zweite Reserve aufgenommen werden. Diese steht ausschließlich dem Geschichtsverein zur Verfügung und wird von diesem verwaltet.

Aufnahmekriterien

  1. Objekte müssen einen Bezug zur Stadtgeschichte aufbringen. Sie sollen entweder in Eupen hergestellt worden sein, oder eine Beziehung zu bedeutenden Persönlichkeiten haben. Sie können auch eine wichtige Rolle im kulturellen, sozialen oder wirtschaftlichen Leben der Stadt gespielt haben.
  2. Objekte sollen einen thematischen Bezug zur Dauerausstellung habn. Auf einige Schwerpunktthemen hat sich das Stadtmuseum spezialisiert. Diese sind auch regelmäßig Gegenstand der Geschichtsforschung im Stadtmuseum und im Geschichtsverein. Bei den Schwerpunktthemen handelt es sich um: Kunst & Architektur, Wohnkultur, Uhren, Handwerk & Handel, Industrie, sakrales & weltliches Brauchtum, Schule, Vereinswesen, Grenzgeschichte. In keiner der Sammlungssparten besteht akuter Bedarf, sodass lediglich eine qualitative Vervollständigung möglich ist.
  3. Die Art der Objekte spielt eine geringere Rolle als deren kulturhistorische Bedeutung. Artefakte können also aus Stein, Stoff, Gips, Holz, edlem und unedlem Metall, Glas, Keramik, historischen Werkstoffen, Kunststoffen, Textilien, Leder sein. Gesammelt werden auch Fotos, Filme, Medien, Bücher mit musealem Mehrwert, grafische Werke, Gemälde, Dokumente, Schriftgut.
  4. Weitere formale Kriterien zur Begutachtung:
    • Mögliche Unkosten für Restaurierung müssen tragbar sein.
    • Der Aufwand für die Restaurierung muss dem dokumentarischen Wert des Objekts gerecht werden.
    • Ein angemessener Lagerungsort muss vorhanden sein. Größe und Gewicht des Objekts spielen dabei eine wichtige Rolle.
    • Ein Objekt muss über genügend Informationen für eine angemessene Identifikation verfügen.
    • Das Objekt muss über einen Nutzungswert verfügen.
    • Das Objekt soll die Sammlung vervollständigen und eine Lücke füllen.
    • Objekte mit Zeitzeugencharakter werden bevorzugt – diese ermöglichen Erfahrungen und Erlebnisse in Ausstellungen zu veranschaulichen.
    • Objekte sollen von wissenschaftlicher Bedeutung sein und zu Forschungszwecken dienen können.

Wie die Objekte in die Sammlung kommen, liegt im Ermessen der Besitzer. Dabei haben sie die Wahl zwischen Verkauf, Schenkung und Dauerleihgabe. Für temporäre Ausstellungen können Objekte in Leihgabe genommen werden. Auch der Tausch mit anderen Museen ist möglich.